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„Ich möchte nicht verstanden, sondern gefühlt werden“
Dieser
Satz der Tänzerin Martha Graham ist ein guter Kompass sich der Musik
von FJARILL zu nähern.
FJARILL sind
eine Band, erfunden von zwei Frauen aus Südafrika und Schweden. Hanmari
Spiegel und Aino Löwenmark heißen die Musikerinnen, die seit
einigen Jahren in Hamburg leben und arbeiten und sich in der Hansestadt
auch kennengelernt haben.
Ihre Musik,
zum Klingen gebracht durch Ainos Stimme und Klavierspiel, Hanmaris Geige
und ihrer Band aus Percussion, Kontrabass & Steel Guitar ist ein weltmusikalisches
Fundbüro. Ethnische Elemente aus Skandinavien und Afrika vereinen
sich mit den Traditionen angloamerikanischer und europäischer Popmusik.
Eine skandinavisch-afrikanische
Band, die auf schwedisch singt und von einer Hamburger Schallplattenfirma
veröffentlicht wird!
Rintintin Musik,
Label-Eigner Michy Reincke:
„Als ich diese Musik zum ersten Mal hörte, war es wie die
Untermalung zu Filmen von Aki Kaurismäki, Jim Jarmusch oder Emir
Kusturica, nur, dass es diese Filme noch nicht gab.
Sie führte mich zu Orten meiner Seele, an denen ich vorher noch nie
gewesen war. Natürlich kenne ich jetzt die Übersetzungen der
Texte, die Aino in ihrer Muttersprache singt – und es sind wundervolle
Worte – aber es berührte mich, ohne dass ich es verstehen musste.“
Dass sich
Hanmari und Aino in einer großen Stadt wie Hamburg, in der die Songs
für ihr Debutalbum „Stark“ geschrieben und produziert
wurden, überhaupt begegneten ist weniger zufällig als vielmehr
ein logischer Weg, der die beiden außerhalb ihrer ursprünglichen
Heimat zusammenführte.
Aino wuchs zwischen Pferden und Schafen auf und kommt von einem Hof namens
Hälla, in der Nähe des Sees Siljan, aus der Gegend um Falun
in Schweden. Ungefähr 12.000km von der Region nahe Pretoria in Südafrika
entfernt, wo Hanmari auf einer kleinen Farm mit Namen Rietvlei ihre Kindheit
unter einem großen Himmel verbrachte und wo Kühe, Schweine
und Leoparden herumliefen.
Die Naturverbundenheit und die Ähnlichkeit, Schönheit und Weite
der Landschaften ist, was die beiden verbindet und in ihre Musik einfließt.
Sie kommen von verschiedenen Enden der Welt, aber sie tragen die gleiche
Harmonie im Gefühl.
Bemerkenswert ist, dass sowohl Aino, als auch Hanmari die Liebe nach Hamburg
geführt hat.
Die Texte beschreiben
ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke und sind oft inspiriert
von einem engen Verhältnis zur Natur und zu der Landschaft Skandinaviens.
Es sind Antworten auf das große „Zu-viel-von-zu-wenig“
der hektischen Informationsgier und der Konsumreflexe unserer manchmal
sehr seltsamen Kultur. „Stark“ hat als Medizin Gefühle
von Ruhe und Unvergänglichkeit anzubieten.
Es geht um die Sprache der Musik, die für jeden entschlüsselbar
ist, wenn er sich die Zeit nimmt hinzuhören.
Die Lieder sind Werbung für die Klarheit des Einfachen, den Blick
für das Wesentliche und handeln von den kleinen Dingen, der Liebe
zur Natur, der Balance, die man nur finden kann, wenn man sich beschränkt.
Manche Freunde
und Bekannte, die an der Produktion mitgewirkt haben, mit musikalischen
Beiträgen oder durch Inspiration, würde man hier nicht unbedingt
vermuten.
Christoph Buhse, Schlagzeuger bei Annett Louisan oder die wundervolle
südafrikanische Sängerin Audrey Motaung natürlich schon,
aber eine Überraschung ist z.B. Michael Kiske. Den ehemaligen Sänger,
der in Asien sehr erfolgreichen Metalrockformation „Helloween“,
verbindet eine langjährige Freundschaft mit Aino und Hanmari.
Er war es, der Fjarill nach vielen Experimenten mit Elektronik und großer
Instrumentierung, in vielen Gesprächen immer wieder auf den Wert
und die Echtheit von akustischen Aufnahmen hinwies und auf die Reduziertheit
der Arragements pochte.
Nach ihrem Abitur
studierte Aino ein halbes Jahr englisch in Cambridge und danach in Spanien
ein Jahr Spanisch, Literatur und Kunst an der ”Universidad del pais
Vasco” um die baskische und spanische Kultur kennen zu lernen. Aino
sang eine kurze Zeit in einem ziemlich skurrilen Opernchor: ”el
choro de los reyes Catolicos”. Es waren kleine Frauen uber 50 mit
großen, roten Lippen und enormen Oberweiten.
Zur Zeit schließt sie gerade ein Studium der Musiktherapie nach
neurologischer Methode mit einer Examensarbeit ab. Dabei geht es darum
die Körperfunktionen effektiv zu nutzen und der Weisheit, dass die
Natur heilt.
Hanmari hat
bereits in jungen Jahren eine klassische Ausbildung für Geige und
Klavier erhalten. Sie ist Komponistin für das Lese- und Schreiblehrwerk
„Myrtel & Bo“, dass in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein
erscheint. Außerdem ist sie Mitglied des Ensembles „Mubuntu“
– ein interaktives Konzertabenteuer für Kinder.
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CD
Cover: |