Tim Allhoff
Zwischen Realität und Traum: Tim Allhoff widmet Haruki Murakami ein musikalisches Universum
Seit mehr als zwanzig Jahren ziehen ihn die Romane Haruki Murakamis immer wieder in ihren Bann: Für den Pianisten und Komponisten Tim Allhoff sind Werke wie »Kafka am Strand«, »1Q84« oder »Naokos Lächeln« mehr als bloße Literatur – sie sind Inspiration, Wegweiser, rätselhafter Spiegel der eigenen Gefühlswelt. Mit seinem neuen Solo-Album »Between Here and Nowhere«, das am 15. Mai 2026 als CD, Doppel-Vinyl und Stream bei Neue Meister erscheint und mittlerweile das elfte Album in seiner Diskografie ist, erschafft Allhoff nun eine musikalische Hommage an den japanischen Kultschriftsteller, dessen Bücher längst selbst zum Klangraum geworden sind.
Murakamis magisch-realistische Welten sind von einer Poesie durchzogen, in der Alltägliches mit Surrealem verschmilzt. Ihre Protagonist:innen suchen nach Verbundenheit, nach Versöhnung mit der eigenen Vergangenheit, und bewegen sich oft wortlos zwischen Erinnerung, Fantasie und Gegenwart. Die Musik, mal Jazz, mal Klassik, mal Pop – von Monk und Schumann bis zu Radiohead oder den Beatles – ist dabei weit mehr als nur Kulisse. Sie wird zum emotionalen Puls, formt Atmosphären, öffnet Räume und löst Sehnsüchte aus.
Gerade diese musikalische Vielfalt ist für Tim Allhoff auch persönlich von großer Bedeutung. Denn die Musik, auf die Murakami in seinen Werken immer wieder verweist, deckt sich auf erstaunliche Weise mit Allhoffs ganz eigenem Musikgeschmack – von Bach und Schumann über Jazz bis hin zu Radiohead und Pop. Es ist Musik, die ihn schon sein Leben lang begleitet und geprägt hat. Dieses Album ist daher nicht nur eine Hommage an Murakami, sondern auch Ausdruck einer tiefen musikalischen Verbundenheit und geteilten Leidenschaft.
In seinen eigenen Worten spürt er in »Between Here and Nowhere« dem verborgenen Soundtrack der Murakami-Romane nach: Bekannte Songs wie »Norwegian Wood« von den Beatles oder Radioheads »Optimistic« erscheinen neben jazzigen Ohrwürmern, Klassikzitaten und seinen eigenen, feinfühlig komponierten Stücken. Einige sind direkte Neuinterpretationen von Musik, auf die Murakami selbst in seinen Texten verweist. Andere wiederum entstehen als imaginäre Begleitung besonderer Figuren oder Szenen – etwa das fragile »Naoko«, das bewegende »Nakata’s Farewell« oder das rätselhafte »In the Depths of the Well«.
Murakamis subtiler Umgang mit Musik findet im Spiel Allhoffs eine kongeniale Entsprechung. Solo am Flügel gelingt es ihm, jene leisen Spannungen und melancholischen Schattierungen auszudrücken, die man aus Murakamis Literatur kennt: eine Miss Saeki, gefangen in bittersüßer Erinnerung (»Kafka on the Shore«); der leise Dialog zwischen zwei verlorenen Seelen in einer regennassen Nacht (»Blue in Green«, Miles Davis); das Echo von Hoffnung und Verlust in den Soundtracks des eigenen Lebens.
Allhoff selbst hat in den letzten Jahren seine Verbindung zu Japan über die Musik hinaus vertieft, sich mit der Sprache und Kultur beschäftigt – immer auf der Suche nach den feinen Resonanzen zwischen westlicher und fernöstlicher Erzählkunst. Vielleicht ist es gerade diese Offenheit, die seine Annäherung an Murakamis Romane so glaubwürdig und persönlich wirken lässt.
»Between Here and Nowhere« ist weit mehr als eine Hommage. Es ist ein Album, das die Literatur Murakamis zum Klingen bringt und eine eigene Erzählebene eröffnet: In direkten Zitaten, freien Assoziationen und zwischen den Zeilen, wo Musik, Erinnerung und Fantasie einander berühren. Die Hörerinnen und Hörer sind eingeladen, einzutauchen in diesen besonderen Zwischenraum – dorthin, wo der Klang des Klaviers zum Zugang wird in Murakamis wunderbar schwer fassbare Welt.
Tim Allhoff
Als Pianist, Komponist und Arrangeur bewegt sich Tim Allhoff souverän zwischen Klassik und Jazz: mit einem Stil, der die Grenzen zwischen den Genres sprengt – und mit seinem tiefgründigen und gleichzeitig zeitgemäßen Ton besonders berührt.
Neben seiner erfolgreichen Solisten-Karriere ist er ein gefragter Partner für renommierte nationale und internationale Künstler:innen. Fatma Said, Angélique Kidjo, Lucienne Renaudin-Vary, Ane Brun, Eldbjørg Hemsing, Anastasia Kobekina, das Orchestre de Chambre de Paris und Oscarpreisträgerin Rachel Portman vertrauen auf seine musikalische Vielseitigkeit. Sogar auf einem Album von Robbie Williams ist er zu hören.
2025 schrieb er das Eröffnungskonzert für das Weltwirtschaftsforum in Davos – und veröffentlichte mit seinem hervorragend rezensierten Album BACH sein zehntes Album unter eigenem Namen. Seine damit erste rein klassische Einspielung wurde direkt für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.
Tim Allhoffs künstlerisches Schaffen lebt vor allem aus seiner Offenheit heraus – für alles, was Musik heute sein darf, kann und will. Damit hat er bereits Menschen auf vielen der renommiertesten Bühnen Europas begeistert, darunter die Elbphilharmonie, die Philharmonie München, das Konzerthaus Berlin, das Rheingau Musik Festival, das Schleswig-Holstein Musik Festival und viele mehr.
Er ist ECHO-Preisträger und wurde für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert – Auszeichnungen, die seine künstlerische Substanz und kreative Handschrift unterstreichen.
Social
Live
23.03.26 Stuttgart, Bach Fest
18.04.26 Buxtehude, Kleine Fleth-Philharmonie
19.04.26 Bargteheide, Kirche
24.04.26 Bremen, Kito
25.04.26 Münster, Theater
26.04.26 Essen, Philharmonie
13.05.26 Berlin, Pianosalon Christophori
15.05.26 Hamburg, TONALI Saal
16.05.26 München, Ludwig Beck
06.10.26 Flensburg, Flensborghus
07.10.26 Kiel, Kulturforum
08.10.26 Osnabrück, Klavierfestival
11.10.26 Göppingen, Altes E-Werk
06.11.26 München, Bergson
27.11.26 Leipzig, salon de musique









