Federico Albanese
The Blue Hour Revisited
Nach Jahren, in denen Elektronik, Streicher und zunehmend auch Gesang seinen Sound erweitert haben, kehrt Federico Albanese mit seiner neuen EP zu einer Tonsprache zurück, die vor zehn Jahren begann und nun neu interpretiert wird. Die ruhige Atmosphäre seiner Klangwelt erstrahlt in einem neuen Licht.
The Blue Hour Revisited erscheint am 16. Oktober 2026 bei Neue Meister / Edel – zehn Jahre nach The Blue Hour, dem Album, das Albanese als eine der prägenden Stimmen der zeitgenössischen Klaviermusik etablierte. Mit der EP kehrt er nicht nur zu dessen Klangwelt zurück, sondern auch zu Neue Meister, dem Label seiner musikalischen Anfänge. Es ist eine doppelte Rückkehr: zum Wesentlichen in der Musik und zu den eigenen Wurzeln. Statt Schichten aus Elektronik und Streichern bleibt nur: Klavier, Raum, Stille.
Dass dieses Jubiläum nicht mit einer Neuauflage begangen wird, sondern mit vier neu gedachten Stücken, sagt viel über Albaneses künstlerischen Ansatz. The Blue Hour Revisited ist keine Archivarbeit, sondern eine Befragung: Was trägt diese Musik nach zehn Jahren noch? Was zeigt sich, wenn man sie von allem befreit, was sich seitdem darübergelegt hat? Die Antwort findet Albanese in der Reduktion – im Piemont, in einem alten Ballsaal, an einem Flügel, der zum akustischen Vertrauten wurde.
Vier Wege zurück in die blaue Stunde
Der Titeltrack entfaltet sich als langsamer Dialog zwischen intimem Klavier und dezent verfremdeten Texturen. The Boat and the Cove Revisited stellt Albaneses Klavierspiel in den Mittelpunkt eines weiten, leise kinematografischen Arrangements. Bei Shadow Land Part 1 Revisited tritt die italienische Komponistin und Geigerin Francesca Guccione hinzu – ein intensives Gespräch zwischen Klavier, Violine und Elektronik. Und mit Stellify Rework nähert sich Bryan Senti dem Stück aus neuer Perspektive, mit geschichteten Streichern, fragmentierten Motiven und elektronischen Klangflächen. Beide Gastbeiträge erweitern die EP um eigene Handschriften, ohne den reduzierten, intimen Kern zu verlassen.
Eine Rückkehr, die nach vorne weist
The Blue Hour Revisited ist kein nostalgischer Blick zurück, sondern eine Öffnung: Albanese legt Kompositionen von vor zehn Jahren noch einmal frei – mit neuen Details, neuen Spannungen, neuen Möglichkeiten. Die EP verbindet die Atmosphäre des 2016er-Albums mit der reiferen, klareren Klangsprache, die Albanese heute prägt. Manchmal ist die stärkste Geste, etwas wegzulassen – und mancher Weg nach vorne führt zunächst zurück.






