Francesca Guccione
Alles Fließt!
Alles fließt – nichts bleibt, wie es ist: „Panta Rhei: An Ontology of Becoming“ ist das dritte Album der Violinistin und Komponistin Francesca Guccione und wird am 20. März 2026 als CD, Vinyl und Stream beim Label Neue Meister veröffentlicht. Es ist eine konsequente Weiterführung der klanglichen und gedanklichen Wege, die die sizilianische Künstlerin mit ihrem zweiten Album „The Geometry of Time“ begann. Auch diesmal reflektiert sie auf sehr persönliche Weise Fragen von Vergänglichkeit und Transformation und öffnet neue Perspektiven auf Zeit und Wandel. Das Album selbst hat sich dabei weniger als geplantes Konzept, denn als musikalischer Prozess entwickelt: Aus zunächst einzelnen bewegten Stücken entstand im kreativen Fluss wie von selbst ein zusammenhängender Zyklus.
Im Zentrum der Musik steht das spannungsreiche Verhältnis von Streichern und Elektronik. Ein stetiger Dialog, der aus Klang einen Raum für Wandel entstehen lässt. Klassische Instrumente und elektronische Elemente verbinden sich zu emotionalen Klanglandschaften; rhythmische Ostinati, Zyklen und klangliche Wandlungen formen einen musikalischen Fluss in zehn Sätzen, in dem Realität und Fantasie ineinander übergehen. Gucciones Musik agiert zwischen neoklassischen Motiven, ambienten Texturen und subtilen elektronischen Farben. Wiederkehrende Muster und Transformationen dienen dabei nicht als bloßer Antrieb, sondern laden dazu ein, Klangräume erlebbar werden zu lassen. Die stilistische Einordnung fällt Guccione nicht leicht – sie spricht am liebsten von „alternativer Klassik“, weil Musik und Kunst für sie stets in sehr persönlichen und abstrakten Bereichen bewegen.
Die Violine, mal als sanfte Impulsgeberin, mal als schwebende Klangspur im Ensemble, bleibt das verbindende Element und prägt den Sound des Albums. Vertraute Resonanzen und unerwartete Klangfarben werden miteinander verwoben. Getragen werden die Stücke von einer international besetzten Formation, die klassische Expertise, zeitgenössische Klangforschung und elektronische Sensibilität vereint: Neben Francesca Guccione selbst sind der BAFTA-prämierte Komponist und Geiger Bryan Senti mit kubanisch-amerikanischen Wurzeln, die spanisch-schweizerische Geigerin Violeta Vicci und die italienische Geigerin Antonella Solimine zu hören. Weitere Gastkünstler sind der Cellist und Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Francesco Angelico, die italienische Cellistin und Komponistin Chiara Trentin, der in Berlin lebende Pianist Robert Gromotka und an den Synthesizern der deutsche Komponist und Soundkünstler Frieder Nagel. Gemeinsam lassen sie eine von Philosophie und Natur inspirierte Klanglandschaft entstehen.
Die auf dem Album versammelten Werke wirken wie Architektur aus Klang: Sie verweilen, statt zu drängen, und fordern dazu auf, Nuancen nachzuspüren – zwischen Intimität und Weite, Eleganz und Reduktion. „Panta Rhei“ eröffnet feine Übergänge zwischen akustischen und elektronischen Welten. Identität, Form und Wahrnehmung erscheinen als fortwährende, fließende Prozesse; Werden und Wandlung sind das Thema, nicht der Stillstand. Wesentlich für den Charakter des Albums ist zudem die enge Zusammenarbeit mit dem Mixing-Engineer Gabriele Gambera sowie den Toningenieuren Saretto Emmolo und Alessio Vanni, deren besondere Sensibilität bei Aufnahme und Produktion den Klang in Tiefe, Transparenz und Ausdruck entscheidend geprägt hat.
„Panta Rhei“ schwebt zwischen Realität und Fantasie. Francesca Gucciones musikalische Sprache bleibt dabei poetisch – eine Einladung, sich dem stetigen Fluss hinzugeben. „Es ist ein Album, geschrieben für aufmerksames Hören, in dem Kontinuität und Verwandlung nebeneinander bestehen“, beschreibt Francesca Guccione selbst ihr Werk.
Dieses Album bleibt beständig in Bewegung und macht in subtilen Nuancen Wandel und Bestand zugleich erlebbar.








