Margaret Hermant
Eine Reise ins Offene: „Freedom“ – Das erste Soloalbum von Margaret Hermant
Am 17. April 2026 erscheint bei Neue Meister das erste Soloalbum der belgischen Künstlerin Margaret Hermant: „Freedom“. Es ist nicht einfach das Debüt einer renommierten Musikerin, sondern eine intime Klangreise und ein Bekenntnis zu künstlerischer Eigenständigkeit. Als langjähriges Mitglied des international gefeierten Ensembles Echo Collective, bekannt für seine genreübergreifenden Projekte zwischen Klassik, Ambient und zeitgenössischer Musik, prägte Hermant zahlreiche stilbildende Produktionen – unter anderem in Zusammenarbeit mit Jóhann Jóhannsson und A Winged Victory for the Sullen. Auf Freedom zieht sie nun erstmals alle Fäden selbst: neugierig, ohne äußere Vorgaben und ganz in ihrem ureigenen Ausdrucksstreben verwurzelt.
„Der Ausgangspunkt des Albums war ein Selbstversuch: Was würde entstehen, wenn ich etwas ohne jeden äußeren Impuls schreibe, nur geführt von meiner eigenen Intuition?“, erzählt Hermant. Die Komponistin und Instrumentalistin reizte dabei die Konfrontation mit dem leeren Notenbogen – kein Auftrag, keine Vorgabe, nur ein inneres Bedürfnis und die Harfe als Experimentierfeld: „Mit der Harfe fühle ich mich frei, darf mich verlieren, umherschweifen, probieren.“
Auch deshalb klingt „Freedom“ so überraschend und vielschichtig: ein cineastischer, atmosphärischer Kosmos aus Harfenklang und Elektronik, von Margaret Hermant und ihrem engen musikalischen Partner, dem Produzenten Fabien Leseure, behutsam in Szene gesetzt. „Es ist Musik, bei der man sich treiben lassen kann – nicht zum Tanzen, eher zum Innehalten, um im Moment zu versinken.“
Die Harfe steht im Zentrum – ein Instrument, das Hermant bislang nur selten solistisch in den Vordergrund gestellt hat und das ihr, wie sie sagt, den größten Freiheitsmoment beim Komponieren bietet. „Es gibt so viele faszinierende Klangfarben zu entdecken, und wenn sie mit Elektronik kombiniert werden, eröffnen sich noch mehr Möglichkeiten. Die Harfe hat diese fast magische Aura, die mich immer wieder aufs Neue fesselt.“
Die Arbeit am Album war ein Wagnis – nicht nur technisch, sondern auch emotional. „Natürlich gab es Zweifel, Rückschläge, Momente, in denen ich neu anfangen musste. Aber das gehört dazu – der Umgang damit ist ein Teil des Schaffensprozesses“, so Hermant über die Zeit, in der „Freedom“ Gestalt annahm. Inspiration fand sie dabei in Literatur, bildender Kunst und Naturerfahrungen – und vor allem im unmittelbaren, fast instinktiven musikalischen Gestus: „Die ersten Noten und Bewegungen, die ich auf einem Instrument finde, sind oft die ehrlichsten und wahrhaftigsten. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich sie nur weitergeben.“
Hermants klassischer Hintergrund bleibt spürbar, doch sie hebt zugleich eigene Regeln aus den Angeln: Das Album verzichtet auf strenge Formen oder Harmonieschemata und entspringt einer „Unterhaltung zwischen dem Instrument und mir“. So entsteht ein Soundgewand, das zugleich intim und weit, zerbrechlich und kraftvoll ist.
Das Zusammenspiel mit Fabien Leseure war dabei essenziell; gemeinsam loteten sie die Grenzen zwischen akustischem Klang und elektronischer Transformation aus, schufen Klangräume, die manchmal wie Filmszenen erscheinen: „Für mich ist Atmosphäre das Herzstück einer Komposition. Es zählt weniger der Ort als die Energie, die ihn erfüllt.“
Höhepunkt und Herzstück des Albums ist für Hermant das Eröffnungsstück „A Leap Into Silence“, das „zwei gegensätzliche Gefühle“ vereint – Melancholie und Stärke – und das, so die Künstlerin, bei jedem Live-Auftritt eine besondere Magie entfaltet.
„Freedom“ lädt zum Zuhören, Eintauchen und Loslassen ein. Die Musik öffnet einen Raum, in dem jede*r seine eigene Empfindung von Freiheit entdecken kann. „Freiheit ist ein Gefühl, das jeder anders und immer wieder neu erleben kann – und gerade das macht dieses Album so persönlich“, sagt Hermant. „Ich würde mir wünschen, dass meine Musik einlädt, genau hinzuhören, sich vielleicht sogar zu verlieren und in der Weite etwas Eigenes zu finden.“
So ist „Freedom“ letztlich mehr als ein Solo-Debüt – es ist ein Versprechen von Aufbruch und Offenheit, ein Soundtrack für alle, die glauben, sich immer wieder neu erfinden zu dürfen.








